Fragen und Antworten
- Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch eines Einfamilienhauses (4 Personen)?
Der Beobachter rechnete 2010 bei einer vierköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 5000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr (inklusive Waschen und Trocknen). Wird das Warmwasser mit einem Elektroboiler aufbereitet, kommen nochmals mindestens 2000 kWh dazu.
- Was ist der Unterschied zwischen einer Solar- und einer Photovoltaik-Anlage?
Man unterscheidet im Fachjargon zwischen Solarthermie und Photovoltaik. Bei einer Solaranlage wird mit Hilfe von Sonnenkollektoren Wärmeenergie gewonnen, die direkt im Haus zur Warmwasserbereitung genutzt wird. Photovoltaik-Anlagen hingegen sind Solargeneratoren auf der Basis von Solarzellen, die Sonnenstrahlen in elektrische Energie umwandeln. Diese wird in der Regel in das öffentliche Stromnetz eingespeist, wofür der Eigentümer eine Vergütung erhält.
- Wie wird der Solarstrom ins Netz eingespeist?
Nachdem der gewonnene Gleichstrom vom Wechselrichter in netzüblichen Wechselstrom umgewandelt wurde, fliesst dieser über einen Einspeisezähler ins öffentliche Stromnetz. Bereits vor der Installation sollten Sie den Netzbetreiber über den Anschluss Ihrer Anlage informieren, damit Sie von Anfang an die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung erhalten.
- Wieso mit teuren Photozellen Strom produzieren, wenn man die Sonnenenergie etwa zur Warmwasserproduktion auch günstiger nutzen kann?
Photovoltaik und Solarthermie sprechen ganz unterschiedliche Bedürfnisse an. Möchten Sie kostengünstig das Wasser in Ihrem Boiler aufheizen oder lieber Ihre Kochplatte energieeffizient betreiben? Oder gar beides? So kann es sinnvoll sein, die Dachfläche für beide Energiegewinnungsarten aufzuteilen.
- Ist mein Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet?
Photovoltaikanlagen können überall dort installiert werden, wo eine ausreichende Solarstrahlung gegeben ist. Eine Anlage arbeitet optimal, wenn sie mit einer Neigung nach Süden ausgerichtet ist. Eine Abweichung nach West, Ost oder Nord verringern den Energieertrag. Grossflächige Schatten von umliegenden Gebäuden oder Bäumen sollten zumindest ganzjährig nicht vorhanden sein. Geringere Schattenbildung, etwa durch einen Kamin oder eine Satellitenanlage, sollten wenn möglich ebenfalls vermieden werden.
- Wie lange dauern die Bauarbeiten?
In der Regel nimmt die Montage einer Photovoltaikanlage nicht mehr als zwei bis drei Tage in Anspruch.
- Wie viele Zentimeter über den Dachziegeln wird eine PV-Anlage angebracht?
Je nach Modul-Typ wird die PV-Anlage fünf bis zwölf Zentimetern über den Dachziegeln installiert.
- Müssen die Ziegel 'unter' einer PV-Anlage demontiert werden?
Nein. Die Dach-Aufbaukonstruktion wird bei einem bestehenden Dach im Normalfall lediglich durch die neue Schicht „PV-Modulen“ ergänzt. Die Wasserdichtheit eines Daches wird durch die Solarstromanlage nicht tangiert.
- Was bedeutet eigentlich Kilowatt Peak (kWp)?
Kilowatt Peak steht für Spitzenleistung (engl. Peak = Spitze). Dieser Wert gibt die maximale Leistung an, die ein Solarmodul bei voller Sonnenbestrahlung (unter festgelegten Standard-Test-Bedingungen) erreicht. Als Standardbedingung (STC-Norm) wird eine optimale Sonneneinstrahlung von 1.000 Watt pro Quadratmeter angesetzt, die in mitteleuropäischen Breitengraden in den Mittagsstunden eines schönen Sommertages erreicht wird. Die Peak-Leistung wird von den meisten Herstellern auch als "Nennwert" oder "Nennleistung" bezeichnet. Da sie auf Messungen unter optimalen Bedingungen basiert, entspricht die Peak-Leistung nicht der Leistung unter realen Einstrahlungsbedingungen. Diese liegt ca. 15 bis 20 Prozent unterhalb des Maximalwertes.
- Was passiert bei Bewölkung?
Speziell Dünnfilm-Module nutzen nicht nur das direkte Sonnenlicht bei blauem Himmel, sondern auch die sogenannte diffuse Lichteinstrahlung bei Bewölkung. Je heller es draussen ist, desto höher ist die Leistung der Module – egal ob dabei die Sonne direkt zu sehen ist oder nicht. In Mitteleuropa macht der diffuse Anteil übrigens gut 50 Prozent der Einstrahlung aus.
- Welche Farbe hat eine PV-Anlage?
Die Farbe einer PV-Anlage variiert je nach Modul-Typ und deren Antireflexionsschicht. Dünnschichtzellen etwa werden aus verschiedenen Materialien gefertigt und haben einen meist dunkelgrauen oder bräunlichen Farbton. Vom optischen Erscheinungsbild sind die monokristallinen von den polykristallinen PV-Modulen gut zu unterscheiden: Erstere erkennt man an ihrem homogenen Erscheinungsbild und der dunkelgrauen Farbe. Die Polykristalline weisen eine grobkörnigen Struktur und eine schwarz-bläuliche Einfärbung auf.
- Wo kann ich mich über die nötigen Formalitäten zum Bau einer PV-Anlage informieren?
Bezüglich Formalitäten sind zwei Punkte von Bedeutung. Einerseits ist für die Installation einer PV-Anlage in vielen Kantonen, respektive Gemeinden eine Baubewilligung notwendig. Nur in einigen Kantonen sind kleinere Anlagen ausserhalb von Ortskernzonen baubewilligungsfrei. Ihre Wohngemeinde berät Sie gerne, wie vorzugehen ist. Andererseits muss der elektrische Anschluss an das Netz geregelt werden. Das örtliche Elektrizitätswerk verlangt in der Regel ein Anschlussgesuch, eventuell ergänzt mit einer Deklaration bezüglich des Oberwellenverhaltens der Wechselrichter. Überschreitet die Anlage eine bestimmte Grösse (3 kW pro Phase oder 10 kW dreiphasig), muss zusätzlich eine Planvorlage an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) eingereicht werden.
- Welche Unterlagen benötigt man für die Einreichung eines Baugesuchs?
Ihre Wohngemeinde gibt Ihnen gerne Auskunft darüber, welche Unterlagen für die Bearbeitung eines Baugesuches benötigt werden. In der Regel sind dies jedoch ein Situationsplan vom Geometer, eine Skizze der PV-Anlage und eventuell eine Einverständniserklärung der Nachbarn.
- Wo kann ich mich über Subventionsmöglichkeiten informieren?
Fragen Sie Ihre Wohngemeinde, welche Steuerabzüge anwendbar sind und ob Fördergelder ausbezahlt werden. Adressen der kantonalen Energiefachstellen sowie Informationen zur finanziellen Förderung finden Sie unter www.e-kantone.ch. Auch Anbieter von Solar- und PV-Anlagen sowie Fachverbände helfen Ihnen gerne weiter. (Bsp. www.swisssolar.ch)
- Hat eine PV-Anlage eine Spiegelwirkung und blendet folglich meine Nachbarn?
Nein. Moderne PV-Module sind zur effektiven Umwandlung von Sonnenlicht in Strom mit einer Antireflexschicht überzogen. Sie spiegeln das auftreffende Licht daher nur zu einem ganz geringen Teil.
- Führt eine PV-Anlage zu einer höheren Strahlenbelastung wie etwa Elektrosmog?
Nein. Auch tagsüber, bei vollem Betrieb, ändert eine PV-Anlage nur sehr wenig an der schon vorhandenen elektromagnetischen Belastung.
- Habe ich im Falle einer Stromknappheit ein Anrecht auf den von mir produzierten Strom?
Nein. Mit der Einspeisung in das öffentliche Stromnetz werden Sie wie ein Stromproduzent behandelt. Würde es zu einer Stromkontigentierung kommen, so müssten auch Sie der gesetzgeberischen Vorgaben im Stromverbrauch Folge leisten. Anders ist die Situation, wenn Sie eine Insel-Lösung (autarke Versorgung) anstreben.
- Wie wirkt sich ein steigender Strompreis auf die Rendite einer PV-Anlage aus?
Angesichts der schwindenden Ressourcen und des steigenden Energieverbrauchs kann man davon ausgehen, dass die Strompreise in Zukunft weiter steigen werden. Ihre PV-Anlage wird dadurch immer rentabler. Denn je mehr der Strompreis steigt, desto höher ist die Vergütung für die Einspeisung Ihres Solarstromes in das öffentliche Versorgungsnetz.
- Wie haben sich die Wirkungsgrade von PV-Anlagen in den letzten zehn Jahren verbessert und wo geht die Reise hin?
In den letzten zehn Jahren wurde der Wirkungsgrad von PV-Modulen um vier bis sechs Prozentpunkte verbessert, bei Dünnfilm-Modulen gar um fast 50 Prozent. Unterschiedliche materiell bedingte Verlustmechanismen setzen einer weiteren Optimierung aber Grenzen. Man erkennt bei Kristallinen-Modulen einen theoretisch maximalen Wirkungsgrad bei etwa 25 Prozent. Bei Dünnfilm- und synthetischen Modulen wird sich der Wirkungsgrad in naher Zukunft dem der kristallinen Module annähern.
- Hat Solarstrom eine negative Energiebilanz?
Das Vorurteil, dass der Energieaufwand für die Herstellung einer Solarstromanlage grösser sei, als der Ertrag, den sie während ihrer gesamten Laufzeit von 20 – 25 Jahren je liefern könne, hält sich hartnäckig. Verschiedene Ökobilanzen belegen das Gegenteil. Eine Solaranlage hat je nach der Qualität der Siliziumzellen in ca. 1,5 bis max. 6 Jahren (Quelle: Techn. Universität Berlin) die Energiemenge erzeugt, die zu ihrer Herstellung benötigt wurde.
- Ist die Vergütung des eingespeisten Solarstromes steuerpflichtig?
Ja. Im April 2009 hat der Nationalrat Laurent Favre allerdings die Motion „Steuerbefreiung der Einkünfte aus der Einspeisevergütung für den privaten Stromkonsum“ im Nationalrat eingereicht. Die Motion wird zurzeit in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie UREK bearbeitet.
- Bekomme ich eine Auswertung über die Produktion meiner PV-Anlage?
Unsere Wechselrichter sind mit einem eigenen Rechner ausgerüstet und liefern Ihnen detaillierte Performance-Daten via Internet oder über USB-Stick. Nebst den elektrischen Auswertungen der Anlage erhalten Sie darüber hinaus auch die meteorologischen Historie-Daten (Sensorenbestückung-abhängig).
- Bei Netzschwankungen wird der Wechselrichter abgeschaltet und somit keine Einspeisung mehr ins Stromnetz vorgenommen. Ist das Richtig?
Die Netzbetreiberin verlangt die Abschaltung der PV-Anlage nach Unterschreitung der Netzsollspannung von 70 Prozent innerhalb 20 Millisekunden, beziehungsweise bei Unterspannung von 80 Prozent innert 200 Millisekunden. Die von axova eingesetzten Wechselrichter nutzen die Grenzwerte der Netzbetreiberin optimal aus, damit kurzfristige Netzstörungen nicht ein ständiges Auf- und Niederfahren des Wechselrichters zur Folge hat, was zu Ertragsausfällen führen könnte.
- Ich möchte Selbstversorger werden. Die nach Süden ausgerichtete Dachhälfte genügt aber nicht. Kann ich die Nordhälfte auch mit PV-Modulen belegen? Und brauche ich wegen der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung zwei komplett autonome Anlagen?
Ja. Wenn die Eigenschaften der Umgebung für Photovoltaik-Anlagen im Allgemeinen nicht günstig sind, eigenen sich besonders Dünnschichtmodule. Diese arbeiten beispielsweise bei diffusem Licht und bei hohen Umgebungstemperaturen effizienter als Kristallsilizium-Solarmodule. Und die von uns eingesetzten Wechselrichter können bis drei unterschiedliche PV-Flächen optimal managen.
- Wie hoch ist der Wirkungsgrad eines Wechselrichters?
Die von uns empfohlenen Wechselrichter, am richtigen Ort montiert, erzielen einen Wirkungsgrad von über 98 Prozent.
- Sind Feuerwehr-Fachleuten bei Löscharbeiten an PV-Anlagen der Gefahr von Stromschlägen ausgesetzt?
Nein. Die Fachleute für die Brandbekämpfung könnten bei unfachmännisch installierten PV-Anlagen einem Stromschlag ausgesetzt werden. Folglich ist die Kurzschaltung der Module bei einem Brandfall wichtig. Moderne PV-Module werden mit einer Kurzschaltung installiert, wodurch die Ausschaltung im Falle eines Feuers gewährleistet wird.
- Erzeugen PV-Anlagen giftige Dämpfe bei Bränden?
Bei Dünnfilm-Modulen verbrennt bei Temperaturen ab 800 Grad Celsius das CdTe-Material, was zu geringfügigen toxischen Messresultaten führt. axova empfiehlt einen Eintrag in das feuerpolizeiliche Registers, damit die Rettungsleute nicht unnötigen Gefahren ausgesetzt werden.
- Welchen Beitrag leisten erneuerbare Energien zur Verminderung von Treibhausgasen?
Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Jede gewonnene Kilowattstunde Solarstrom muss nicht in konventionellen Kraftwerken erzeugt werden. In der Schweiz setzt sich der aktuelle Strom-Mix aus 40 Prozent Atomkraft und 60 Prozent Wasserkraft zusammen. Auf fossile Brennstoffe wird, im Gegensatz zu Deutschland, mehrheitlich verzichtet. Somit fällt der Solarstrom bezüglich der Verminderung von Treibhausgasen im Inland kaum ins Gewicht. Global gesehen aber schon.


